Geschichte

der Kollegienkirche

Wer die Kollegienkirche vom relativ beengten Universitätsplatz aus durch das Hauptportal betritt, ist beeindruckt. Unerwartet eröffnet sich der Besucherin eine Weite und Größe des Raumes, die frei machen. In neunundzwanzig Meter Höhe umspannt das Tonnengewölbe den Raum. Zahlreiche Fenster durchbrechen das Mauerwerk und tauchen die Kirche zu jeder Tageszeit in kristallenes Licht. Die Betrachterin, gläubig oder nicht, wird förmlich angezogen von der im Gegenlicht strahlenden Madonna am Hochaltar. Von einundsiebzig Engeln umgeben thront dort die Immaculata als Symbol göttlicher Weisheit. Wer vor Ihr steht, quasi als zweiundsiebzigster Engel, wird hinter Ihr durch das große Fenster den Himmel schauen. Ein Vorgeschmack auf das Paradies, in dessen Weite Gott den Menschen führen möchte.

Als der österreichische Baumeister Johann Fischer von Erlach im Auftrag des Salzburger Erzbischofs Johann Ernestus von Thun 1696-1707 den Bau als Universitätskirche schuf, entstand eine der bedeutendsten Barockkirchen Mitteleuropas. Die strengen Formen des Kirchenschiffs, das schmucklose Weiß der Raumschale ermöglichen absolute Konzentration auf die Architektur. Erst hinter den beiden mächtigen Säulen des Altarraums gleichsam im „Paradies“ löst sich die klassische Strenge auf in ein verspieltes Barock.

Vom Architekten und vom Bauherrn als Ort der Weisheit geschaffen, lädt die Kollegienkirche ein zum Dialog der verschiedenen Künste mit dem Göttlichen, dessen Funke die Welt durchdringt. Sie ist Salzburgs Kunstkirche, ein neuer Ort für Spiritualität, an dem der Austausch mit zeitgenössischer Kunst und Künstlerinnen Programm ist.

1694

Baudekret

Fürsterzbischof Johann Ernst Graf Thun, der „Stifter“, setzte gegen manche Widerstände den lang geplanten Kirchenbau um, indem er am 6. Dezember 1694 ein Baudekret erließ, womit er die Voraussetzung zu einer eigenen Kirche für die seit 1620 in Salzburg tätige Benediktineruniversität schuf.

1696

Baubeginn

Die Bauarbeiten begannen nach der Grundsteinlegung am 6. Mai 1696.

1707
Fassade, Stich um 1712

Weihe

Am 20. November 1707 wurde die Kirche geweiht und begannen die achttägigen Einweihungsfeierlichkeiten.

Heumagazin & Lazarett
Probst, J. F.; Stadtansicht von 1750

1800

Nach einer "ruhigen" Zeit als geweihte Kirche diente sie 1800 als Heumagazin für die Truppen Napoleons (siehe Befreiungskriege (Überblick) und wenig später als Lazarett. Unter bayerischer Herrschaft verlor die Kirche 1810 ihre ursprüngliche Bestimmung, denn die Universität wurde geschlossen. Danach und in der Zeit des Herzogtums Salzburg und des Kaisertums Österreich war sie die Kirche des Staatsgymnasiums, zugleich wurde sie als Garnisonskirche genutzt.

1964

Mit der Neugründung der Salzburger Universität 1964 erreichte die Kirche wieder ihre
ursprüngliche Bestimmung.

Quelle: https://www.sn.at/wiki/Kollegienkirche © Salzburger Nachrichten VerlagsgesmbH & Co KG 2018

2013
Probst, J. F.; Stadtansicht von 1750

Restaurierung

In den Jahren 2003 bis 2013 wurde die Kollegienkirche von ihrem heutigen Eigentümer, der Republik Österreich vertreten durch die Bundesimmobiliengesellschaft, mit eigenen Mitteln, maßgeblich mit einer Spende des World Monuments Fund und auch mit Spenden der Salzburger Bevölkerung, von Grund auf außen wie innen saniert.

Die Sanierung kostete etwa 12 Mio. Euro. Zum Vergleich: die damaligen Errichtungskosten betrugen umgerechnet auf heutigen Kaufwert etwa 15 Mio. Euro.

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